Numerologie

Zahlen werden uns den ganzen Tag hinterhergetragen, angezeigt oder vorgelesen.

"Heute werden es 23°C in den Lagen unter 300 Meter. Zwischen 09:00 und 11:00 Uhr fallen ca. 2 Liter Regen für 3 Stunden. Der Wind weht mit ...." Eigentlich eine ganz normale Nachricht.

Doch was ist, wenn die Zahlen aus dem Wetterbericht am Tag schon einmal aufgetaucht sind? Genau in dem Augenblick des Bewusstwerdens dieses Zufalls fährt ein Auto mit Blaulicht über die nächste Kreuzung.

Bei allem Sinn für Realität, diesen Tag sollte man es langsam angehen lassen, wenn man kann.

Sicher, diese kleine Geschichte ist fiktiv und an den Haaren herbeigezogen.

Doch sollte im Tageslauf mal die "Da-wahr-doch-was-Lampe" aufleuchten, hat man ggf. die Chance, aus einer größeren Katastrophe ein kleines Dilemma zu machen. Wer würde das nicht wollen. 

Man sieht die Welt vor lauter Zahlen nicht.

Ein wesentlicher Faktor ist die eigene Aufmerksamkeit für die Welt, in der wir leben.

Auch bei einer höchsten Bewusstheit für eine Szene im Leben sehen und hören wir nur einen kleinen Ausschnitt.

Ein Hauskatze sieht und hört ihren kleinen Ausschnitt der Realität. Ein Hund sieht und hört aus sich heraus seinen kleinen Ausschnitt der Realität.

Der Unterschied zwischen Mensch und Tier liegt einzig in der menschlichen Bewusstseinslage, zu wissen, dass die menschliche Wahrnehmung begrenzt ist.

Hund und Katze sind frei von solchen Gedanken. Bei allem Respekt vor der Spezies Mensch sollte klar sein, dass auch ein Großteil der Menschheit keinen Gedanken an die eigene Begrenztheit verschwendet.

Genau hier setzt die Numerologie an. Die Zahlen können ein Schlüssel sein, die Welt für sich zu verstehen.

Für manche wird die Numerologie immer das Buch mit sieben Siegeln bleiben, dass es für die meisten Menschen ist.

Doch einige sehen schon nach wenigen Einheiten des Lernens die wundersamen Verbindungen zwischen unserer Realität und den Zahlen, die darin eingewoben sind. Die Zahlen sind mit allem in unserem Universum verwoben. Sie sind im Oben wie im Unten.

Zahlenmensch

Ein Zahlenmensch ist man. So wie man ein Musiker ist oder Bäcker. Im besten Falle merkt man früh, welche Fähigkeiten in einem schlummern. Wenn nicht, muss man den langen Weg durch die qualvolle Ebene der unpassenden Jobs und des unpassenden Lebens gehen, bis der erlösende Tod oder die erhellende Erlösung der Sache ein Ende bereiten.

Zahlen = Zahlen?

Nichts ist so, wie es zu sein scheint. Schon gar nicht die Welt der Zahlen und Zeichen.

Die indisch-arabische Zahlenreihe mit ihren beiden Besonderheiten, der "Null" und der "Unendlichkeit" ist heute jedem Schulkind geläufig. Wobei sich keiner daran stört, dass man sich beides, die Null und die Unendlichkeit, nicht vorstellen bzw. denken kann. Das Bruchrechnen kennt keine Unendlichkeit, da ja 6 Eier aus einem Dutzend die Hälfte von 12 sind. Die 12 ist somit der höchste Wert und begrenzt damit den Zahlenraum zuverlässig.

Nun gibt es noch die Zeitzahlen. Die Zwölf (wieso nicht "Zweizehn" genannt?). Die sechzig Sekunden bzw. Minuten haben sich seit Babylon gehalten – warum eigentlich?

Wenn einem aufmerksamen Menschen Zahlen über den Weg laufen, dann sollte man sich fragen, was sind das für Zahlen?

Und was kann ich über mich erfahren?

Zahlen versus Buchstaben

Seit Babylon gibt es Buchstaben, die sich in unterschiedlichen Kulturräumen unterschiedlich entwickelt haben. Das hebräische Alphabet ist eine dieser Buchstabenreihen. Zweiundzwanzig Zeichen bilden ein Alphabet. Wie bei anderen Völkern auch, wurden die Buchstaben auch zur Bestimmung von einer Anzahl von Gegenständen genutzt.

Die Hebräer setzten die ersten 10 Buchstaben mit den ersten 10 Zahlen gleich. So ist Aleph gleich der Eins, Beth gleich der Zwei und Jod gleich der Zehn. Damit waren die Einer-Zahlen verteilt. Die Zehnerreihe begann somit mit dem Buchstaben Jod für 10, mit dem Kaph für Zwanzig bzw. mit dem Qoph für Hundert. Die Buchstaben Resch, Schin und Thaw standen und stehen somit für die 200, 300 und 400.

Nun könnte die Idee aufkommen, dass mit so wenigen Zeichen die Zahlen der indisch-arabischen Alternative von 1 bis Unendlich nicht dargestellt werden konnten. Das ist völlig richtig, es war für den Alltag vor ca. 4.000 Jahren nicht nötig, so viele Zahlen zu haben.

Astrologen, Landvermesser, Feldherren, Könige oder Schatzmeister kamen mit den Brüchen und einfachem Abzählen gut klar.

Die indisch-arabischen Zahlen hätten zu dieser Zeit keinen Mehrwert gehabt. Ideen setzen sich erst um, wenn die Zeit gekommen ist.